Karlsruhe

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Montag, 11. September 2017

Ordentlich angefangen, dann stark abgebaut...

Wir radeln heute gemeinsam ein Stück auf der Fritz-Erler-Straße. Start ist an der Kriegstraße und wir starten auf einem mal wirklich breiten Radweg, für den man dort eine Autofahrspur geopfert hat. Deutlich gekennzeichnet mit breiten durchgehenden weißen Linien, aber nicht baulich abgegrenzt. Die rechts liegenden Parkplätze wollte man wohl nicht aufgeben.
Zum Start am Rüppurrer Tor sieht das richtig gut aus.
Immerhin mit etwas Abstand zu den Parkflächen, so dass schon ein erster kleiner Mindestabstand eingehalten wird, um aus der 'Dooring'-Zone zu bleiben. Während der Zeit, in der ich die Bilder gemacht habe, schien es auch so, dass der Radstreifen wohl doch auch einigermaßen akzeptiert und respektiert wird und man so dort halbwegs unbedrängt und entspannt fahren kann. Vielleicht aber auch nur eine Momentaufnahme.
Unter der Brücke dann der abrupte Wechsel. Plötzlich geht es scheinbar nicht mehr ohne zwei Fahrspuren für den Autoverkehr und der Radweg wird deutlich schmaler.
Das zieht sich so durch bis zur Kreuzung mit der Markgrafenstraße und dann noch ein Stückchen weiter bis zur Brücke mit der Pizzeria. Dann ändert sich das Bild.
Zwei Mal der Blick von der Brücke auf die gleiche Straße. Richtung Süden nur eine Fahrspur für die Autos und ein Radweg, der zwar nicht baulich getrennt ist, aber immerhin eine vernünftige Breite hat.

In die Gegenrichtung tut sich dann noch die zusätzliche Rechtsabbiegerspur auf. Als Radler ist man plötzlich wieder von allen Seiten eingekeilt, egal ob man geradeaus fahren oder abbiegen möchte.
Direkt unter der Brücke im Bereich der Einfahrt in ein Parkhaus verengt sich der Radstreifen wieder dramatisch und aus unerfindlichen Gründen, brauchen die Autos, die problemlos auf einer Spur bis hierher gekommen sind, plötzlich drei Spuren, zwei für geradeaus und eine, um nach rechts abzubiegen. Die Radler sind wieder eingezwängt zwischen den Autofahrern, die dann gerade an Ampeln auch mal dazu neigen, mehr Gas zu geben als erlaubt, um nur nicht auf die nächste Grünphase warten zu müssen und vor allem die Radler zu überholen, die an der nächsten Ampel eh wieder neben Ihnen stehen, falls Sie nicht dann schon weit voraus sind, weil das Auto im Stau stecken bleibt.
Dabei geht es gegenüber auch gleich wieder auf eine Spur zusammen. Dafür endet der Radstreifen im Nirgendwo und wir passenderweise in dem Moment auch noch von einem Auto blockiert. Dieses gehört übrigens nicht zur Fahrschule. Sonst wäre das ganz bestimmt noch besonders gewürdigt worden.
In Gegenrichtung sieht es übrigens nicht besser aus. Als Linksabbieger wird zwar eine Haltezone für Radler bereitgestellt. Nach Auskunft von Radlern, die hier täglich auf dem Weg zur Arbeit unterwegs sind, ist das Fahren hier aber brandgefährlich. Von Rücksichtnahme keine Spur, weder was die Geschwindigkeit, noch was den Abstand betrifft.
Links abbiegen in die Kaiserstraße ist hier auch eine Mutprobe.
Auf diejenigen, die an dieser Stelle weiter geradeaus fahren wollen, wartet auf der anderen Seite der Kreuzung auch ein besonderes Hindernis. Hier geht es nämlich auf einenm Radweg ohne bauliche Trennung zum Fußweg weiter. Kurz bevor die Bilder entstanden sind, stand ein ganzer Pulk von Fußgängern mitten auf dem Radweg und schaute nur entgeistert, als ankommende Radlern durch Klingeln auf sich aufmerksam machten. Jederzeit besteht hier die Gefahr, dass hier jemand ohne Vorankündigung auf den Radweg tritt und dabei einen Radler zu Fall bringt.
Reger Radverkehr und hier mit einem aufmerksamen Fußgänger, der gerade nicht auf dem Radweg wartet, bis er Grün bekommt.

Ob es dann ein Trost ist, dass in dieser Richtung die Qualität des Radwegs durchgehend gleich schlecht bleibt, damit man sich wenigstens nicht umstellen muss? Eher nicht.

1 Kommentar:

  1. Irgendwie denke ich mir immer es wäre so einfach aus Karlsruhe eine wirklich fahrradfreundliche Stadt zu machen (man braucht ja nicht unbedingt Radwege wie in Holland). Ein bischen Mitdenken (und sich mal selbst aufs Rad schwingen) der Verantwortlichen würde vermutlich mehr helfen als diese ganzen "Wir richten jedes Jahr fünf neue Fahrradstraßen ein" oder diese PR-Aktionen. An vielen Kreuzungen frage ich mich z.B. wie ich hier links abbiegen soll. Mit ein bischen Straßenfarbe und ein paar Schildern könnte man da schon echt viel machen.
    Z.B. dieser breite Fahrradweg an der Bahn entlang zwischen Entenfang und Yorkstraße/Kriegsstraße (sicher es gibt noch den Weg an der Alb entlang aber der dort oben ist ansich auch recht komfortabel). Es wäre Straßenbautechnisch vermutlich kein Problem hier einen Übergang über die Kriegstraße zur Wilhelm-Bauer-Straße zu schaffen, dann könnte man dort bequem weiter zur Klotze usw. fahren. Aber das ist irgendwie nicht vorgesehen.
    Super ist auch das was sich an der Baustelle Kreuzung Haid-und-Neu-Straße Tullastraße abzeichnet. Wenn man dort von Süden her (auf der Tullastraße) kommt gab es bisher diesen, zugegebenerweise sehr schlechten, Radweg. Bis zur halben Strecke zwischen Rintheimer-Straße und Haid-und-Neu-Straße gibt es den auch weiterhin, dann wird jetzt neuerdings der Radweg auf die Straße geleitet (warum ist mir nicht ganz klar), jedenfalls kommt man nun an die Kreuzung. Will man nun der Haid-und-Neu-Straße in westlicher Richtung folgen gibt es ja diesen Fuß/Radweg und die bisherige Fuß/Fahrradampel lotste einen da auch gut hin. Jetzt ist dort anscheinend (es ist ja noch Baustelle) eine Haltelinie bei der Autoampel. Die bisherige Ampel ist aber ein bischen weiter ums Eck. Von der neuen Haltelinie kommt man aber ohne Krampf nicht zum abgesenkten Bordstein dieses Wegs auf der gegenüberliegenden Seite.
    Es gibt noch einen ganzen Haufen anderer Stellen an denen kleine aber durchdachte Massnahmen sehr viel helfen würden.

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